Zu "Meine Notizen" hinzufügenDie Geschichte Taiwans
Archäologische Funde belegen, dass Taiwan vor rund 12.000 Jahren von Einwanderen aus Austronesien besiedelt wurde. Die Nachfahren dieser Urbevölkerung werden bislang in zehn Völker unterschieden, jedoch setzen sich weitere Ueinwohnergruppen dafür ein, von der Regierung als Mitglieder eigenständiger Stämme anerkannt zu werden.
Taiwan wurde früh von chinesischen Händlern und Piraten angelaufen, jedoch erst seit dem 17. Jahrhundert vermehrt von Chinesen besiedelt. Ihre Nachfahren nennen sich heute meistens "Taiwaner". Ihre Sprache, Hokkien oder Fujian-Dialekt genannt, gilt auf der Insel als "Taiwanisch"- Amtssprache ist jedoch Mandarin-Chinesisch.
Den ersten Kontakt mit Europäern hatte man im 16. Jahrhundert durch portugiesische Seefahrer. Es heißt, sie hätten beim Anblick Taiwans "Ilha Formosa" -wunderschöne Insel- gerufen. Noch weit ins 20. Jahrhundert hinein war Taiwan im Westen deshalb unter dem Namen Formosa bekannt.
Zwischen 1885 und 1895 war Taiwan formell eine chinesische Provinz mit Taipeh als Hauptstadt. Nach dem chinesisch-japanischen Krieg von 1894/95 musste China Taiwan an Japan abtreten. Am 10.10.1911 vollzog sich in China wiederum eine im Nachhinein auch für die Insel bedeutsame Entwicklung: Eine Militärrevolte in der Provinz Hubei, führte den Sturz der Mandschu-Herrschaft und damit den endgültigen Zusammenbruch des chinesischen Kaiserreichs herbei. Am 1. Januar 1912 wurde Dr. Sun Yat-sen erster Präsident der neugegründeten Republik China.
Nach der Kapitulation Japans im zweiten Weltkrieg übernahm mit Zustimmung der Aliierten die Republik China Taiwan. Die ersten Truppen der KMT setzten nach Taiwan über. Mit der Überwindung des äußeren Feindes brach der bereits seit längerem schwelende Kampf um die Macht zwischen der Kuomintang und den Kommunisten zu einem offenen Bürgerkrieg auf dem chinesischen Festland aus.
Als die chinesischen Kommunisten im Jahre 1949 auf dem chinesischen Festland die Volksrepublik China gründeten, zog sich die von der Kuomintang (KMT) geführte Regierung der Republik China nach Taiwan zurück.
Im Bereich der politischen Entwicklung ist Taiwan zu einer freien und lebendigen Demokratie gereift. Das Ergebnis der Präsidentschaftswahl von 2000 beendete ein halbes Jahrhundert unter der Herrschaft der KMT und markierte einen friedlichen Machtwechsel zur siegreichen Demokratischen Progressiven Partei (DPP).