Zu "Meine Notizen" hinzufügenDie Religionen in Taiwan
In Taiwan herrscht Religionsfreiheit. Oftmals gibt es innerhalb einer Familie Anhänger verschiedener Glaubensrichtungen. Verschiedene Religionsgemeinschaften existieren friedlich nebeneinander.

Räucherstäbchen sind in jedem Tempel zu finden
Zu den traditionellen chinesischen Religionen gehören der Buddhismus, der Taoismus und unterschiedliche Volksreligionen. Der Taoismus hat seine Wurzeln in China, wohingegen der Buddhismus seinen Ursprung in Indien hat. Taoismus und Buddhismus wurden ursprünglich getrennt ausgeübt. Während der japanischen Besetzung (1895 - 1945) wurden die Taoisten schwer verfolgt und so begannen sie heimlich, ihre Gottheiten in buddhistischen Tempeln zu verehren.
Als Taiwan am Ende des Zweiten Weltkriegs wieder chinesischer Verwaltung unterstellt wurde, waren die beiden Religionen bereits fest miteinander verschmolzen. Deshalb sind heute nur wenige Tempel rein buddhistisch oder rein taoistisch. Vielmehr verehren die meisten Taiwanesen bis heute weiterhin eine Vielzahl von buddhistischen und taoistischen Göttern. Viele dieser Gottheiten waren ursprünglich Sterbliche, die ihren göttlichen Status durch besondere Tugenden oder Verdienste erhalten haben. Das bekannteste Beispiel ist Konfuzius. Dieser lebte vor 2500 Jahren und wurde zum ersten Mal von Kaiser Yuan, der während der Zeit westlichen Han-Dynastie von 48-33 n.Chr. regierte, verehrt. Heute wird er in zahlreichen Tempeln verehrt.
Spanische und holländische Missionare brachten im frühen 17. Jahrhundert das Christentum nach Taiwan. Früh wurden mehrere presbyterianische Missionen gegründet, darunter die Panhsi Kirche in Tataocheng (heute bekannt als Tachiao Kirche) und die Manka Kirche.
Viele andere Religionen konnten wegen der Toleranz gegenüber verschiedenen Glaubensrichtungen Fuß fassen. So gibt es in Taiwan heute auch Anhänger des Bahaismus, des Islams und des Tienlichiao.