WELLNESS IN TAIWAN:
HEISSE QUELLEN RUND UM TAIPEH
Mit der Metro ins Thermalviertel, nach der Wanderung ins warme Wasser: Sechs Orte rund um Taipeh, an denen sich eine Reise durch Taiwans Norden besonders entspannt genießen lässt.
Das Wasser wärmt, die Gedanken werden leiser, und der nächste Programmpunkt darf warten. Wellness in Taiwan bedeutet nicht, sich von der Reise zurückzuziehen, sondern vielmehr das Land in einem anderen Tempo kennenzulernen – und viel näher am Reisestil der Einheimischen. Besonders rund um Taipeh lassen sich die beliebten heißen Quellen mit Stadtspaziergängen, Berglandschaften und Ausflügen ans Meer verbinden: in Beitou, Yangmingshan und Shamaoshan, in Wulai und Jinshan–Wanli sowie in Jiaoxi im Landkreis Yilan.
Dabei muss es nicht gleich ein ganzer Wellnessurlaub sein. Schon ein privat gebuchtes Thermalbad kann eine schöne Pause zwischen zwei Reiseetappen schaffen. Wer länger bleiben möchte, findet beispielsweise in Beitou und Jiaoxi eine Auswahl an Thermalhotels – von kleinen Häusern bis zu luxuriösen Resorts.




Beitou: Mit der Metro zu heißen Quellen mitten in Taipeh
Für einen unkomplizierten Einstieg in Taiwans Badekultur bietet sich Xinbeitou im nördlichen Taipeher Bezirk Beitou an. Rund um den grünen Beitou Park liegen historische Gebäude, Badehäuser und Thermalhotels. Das Beitou Hot Spring Museum erzählt in einem ehemaligen öffentlichen Badehaus von der Geschichte des Viertels. Gleich in der Nähe fügt sich Taiwans erste ökologische Bibliothek, die Beitou Library mit ihrer markanten Holzarchitektur, in die Umgebung ein – ein schöner Zwischenstopp, nicht nur für Bücherfreunde.
Am dampfenden Thermal Valley mit Wassertemperaturen zwischen 80℃ und 100℃ wird schließlich die Kraft der Erdwärme sichtbar. Hier wird geschaut und fotografiert; gebadet wird anschließend in einer dafür vorgesehenen Anlage. So wird aus einer Badepause ein kleiner Streifzug durch Taipehs Natur- und Kulturgeschichte.
Anreise: Mit der Metro bis Beitou, dort in die kurze Zweiglinie nach Xinbeitou umsteigen. Das zentrale Thermalviertel lässt sich anschließend zu Fuß erkunden.


Yangmingshan: Erst ins Grüne, dann in die heißen Quellen
Wer Wellness mit Bewegung verbinden möchte, richtet den Blick auf den Yangmingshan-Nationalpark nördlich von Taipeh. Als der am nächsten zur Hauptstadt gelegene Nationalpark der Insel dient er den Einwohnern im Ballungsraum als Naherholungsgebiet. Wanderwege erschließen die vulkanisch geprägte Landschaft, etwa rund um die weiten Qingtiangang Grasslands. Zwischen Hügeln und offenen Ausblicken rückt die Großstadt schnell in den Hintergrund. Die schwefelhaltigen Quellen der Umgebung gehören ebenso zu dieser Landschaft wie ihre Berge und Wanderwege.
Planen Sie zunächst einen Spaziergang oder eine Wanderung und lassen Sie danach bewusst Zeit zum Ausruhen, bevor es ins Thermalbad geht. Statt möglichst viele Aussichtspunkte abzuhaken, lohnt es sich, die Route auf eine Badeanlage abzustimmen und den Nachmittag dort ausklingen zu lassen.
Anreise: Mit der Metro nach Jiantan, anschließend per Bus ins Yangmingshan-Gebiet. Die weitere Verbindung richtet sich nach dem gewählten Wanderweg und Thermalbad.




…sondern auch an der „Flower Clock“, einem beliebten Fotostop. ©Shutterstock/Richie-Chan
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Mehr InformationenShamaoshan: Heiße Quellen und ein gutes Essen
Eine besonders genussvolle Variante bietet das Thermalgebiet Shamaoshan rund um den Berg Shamao, zwischen Beitou und Yangmingshan gelegen. Die Gegend war einst vom Schwefelabbau geprägt; heute verbinden Badeanlagen und Restaurants entlang der Xingyi Road warme Schwefelquellen mit einer Mahlzeit in grüner Umgebung. Gerade am Abend, wenn die Lichter zwischen den bewaldeten Hängen aufleuchten, entfaltet der Ort seinen eigenen Reiz.
Unser Vorschlag: Reservieren Sie Badezeit und Abendessen gemeinsam. Und wenn Sie davor noch nichts geplant haben, dann fahren Sie die Xingyi Road hinauf, bis sie zur Dongshen Road wird. Die Route führt nicht nur zum Berg Shamao, unterwegs liegen das Thermalgebiet Sulfur Valley Recreation Area (auch Liuhuang Valley genannt) und die beliebte „Flower Clock“ – ein reizendes Landschaftskunstwerk aus bunten Blumen.
Anreise: Mit der Metro bis Shipai, dann per Bus oder Taxi zur ausgewählten Anlage an der Xingyi Road.
Wellness im Einklang mit der Natur: Die markanten Hotelfronten am Nanshi-Fluss prägen Wulai. Neben den heißen Quellen zieht vor allem das reiche kulturelle Erbe der Atayal Reisende in diese wilde Kulisse. ©Shutterstock/Atosan
Wulai & Wellness in der Nähe von Taipeh: Bergwald, heiße Quellen und Atayal-Kultur
Südlich von Taipeh liegt Wulai in den Bergen von New Taipei City. Entlang des Nanshi-Flusses bilden bewaldete Hänge und Thermalhotels die Kulisse für eine Auszeit vom Großstadtalltag. Auch Menschen aus Taipeh kommen gerne hierher, um durchzuatmen und die Nähe zur Natur zu genießen. Das Thermalwasser ist klar und geruchlos – ein Unterschied zu den markanten Schwefelquellen anderer Badegebiete.
Wulai lohnt sich jedoch nicht nur zum Baden. Verbinden Sie den Aufenthalt mit einem Bummel über die malerische Wulai Old Street, einem Ausflug zum Wulai-Wasserfall oder einem Besuch im Atayal-Museum. Dort geben Geschichte, Handwerk und Alltagskultur Einblicke in das Leben der Atayal, eines der indigenen Völker Taiwans. So bekommt die Auszeit am Fluss auch eine kulturelle Perspektive.
Anreise: Mit der Metro nach Xindian und weiter mit dem Bus nach Wulai. Für abseits gelegene Hotels empfiehlt sich ein vorab vereinbarter Transfer.


Jinshan-Wanli: Meeresluft und heiße Quellen unweit von Taipeh
An der Nordküste von New Taipei City bekommen entspannte Reisetage eine maritime Note. Jinshan und Wanli verbinden Thermalbäder mit Küstenlandschaften, alten Geschäftsstraßen und Fischereihäfen. Vor dem Bad lockt etwa die Jinbaoli Old Street mit ihren Süßkartoffelspezialitäten. Für einen längeren Ausflug bieten sich die ungewöhnlichen Felsformationen im Yehliu Geopark an, darunter die berühmte „Queen’s Head“, die der Büste der Nofretete ähnelt. Dazu passt eine Mahlzeit mit Fisch und Meeresfrüchten, beispielsweise am Guihou Fishing Harbour.
Gerade an kühleren Tagen ist der Wechsel zwischen frischer Meeresluft und warmem Wasser besonders reizvoll. Wer sich Meerblick vom Bad oder Hotelzimmer wünscht, sollte diesen bei der Auswahl ausdrücklich prüfen – nicht jede Anlage liegt direkt am Wasser.
Anreise: Per Bus ab Taipeh oder entlang der Küste ab der Metrostation Tamsui. Bei mehreren Zwischenstopps kann ein vorab gebuchter Fahrer die Planung vereinfachen.



Jiaoxi im Landkreis Yilan: Ein Thermalort zum Bleiben
Jiaoxi, auch Jiaosi geschrieben, liegt im Landkreis Yilan am Rand der Lanyang-Ebene, unmittelbar vor den Bergen. Anders als in einem abgeschiedenen Bergresort gehört das klare, geruchlose Thermalwasser hier mitten zum Ortsleben: Im Tangweigou Hot Spring Park laden Fußbäder zu einer Pause ein, während Thermalhotels unterschiedliche Möglichkeiten für einen längeren Aufenthalt bieten.
Wer zwischendurch ins Grüne möchte, kann einen Ausflug zum nahe gelegenen Wufengqi Wasserfall unternehmen, die in mehreren Kaskaden durch ein bewaldetes Tal stürzt. Danach bleibt Zeit für einen Kaffee, einen Bummel – und die Rückkehr ins warme Wasser.
Wer länger in Yilan bleibt, entdeckt noch eine besondere Seite seiner Badekultur: Im Su’ao Cold Spring Park, weiter südlich im selben Landkreis, sprudeln seltene, natürlich kohlensäurehaltige Kaltquellen. Ihr Wasser ist nur rund 22 Grad warm – vor allem an warmen Tagen eine erfrischende Ergänzung zu Jiaoxis heißen Quellen.
Anreise: Mit dem Zug bis Jiaoxi oder per Fernbus aus Taipeh. Für zentral gelegene Unterkünfte und die Erkundung des Ortskerns ist kein Mietwagen nötig. Auch Su’ao ist per Bahn erreichbar; die Kaltquellen liegen nur wenige Gehminuten vom dortigen Bahnhof entfernt.
Ihre Wellness-Auszeit in Taiwan planen
Sie müssen nicht alle sechs Thermalgebiete besuchen. Wählen Sie lieber einen oder zwei Orte, die zu Ihrer Reise passen, und lassen Sie Zeit für das Erlebnis selbst. Ein Badetag kann einen Städtetrip ergänzen; mit ein oder zwei Übernachtungen wird daraus eine eigenständige kleine Auszeit.
Orientierung bei der Auswahl bietet das offizielle taiwanische Thermalquellen-Siegel. Für die Zertifizierung werden unter anderem die Qualität des Thermalwassers, Nutzungsrechte sowie Hygiene- und Sicherheitsanforderungen geprüft.
1. Wann ist die beste Reisezeit für heiße Quellen in Taiwan?
Besonders reizvoll sind die kühleren Monate im Herbst und Winter, wenn der Gegensatz zwischen frischer Luft und warmem Wasser am deutlichsten spürbar ist. Die Thermalorte lassen sich dabei mit Natur- und Kulturausflügen verbinden.
2. Kann man Thermalbäder ohne Hotelübernachtung besuchen?
Ja. Verschiedene Anbieter ermöglichen Badebesuche ohne Übernachtung, darunter privat buchbare Baderäume für ein festes Zeitfenster. Prüfen Sie vorab Reservierung, Nutzungsdauer und die erlaubte Personenzahl; die Bedingungen unterscheiden sich je nach Anlage.
3. Was sollte man beim Thermalbaden beachten?
Duschen Sie vor dem Baden, trinken Sie ausreichend Wasser und legen Sie Pausen ein. Die taiwanische Tourismusbehörde empfiehlt, höchstens 15 Minuten am Stück im Thermalwasser zu bleiben. Beachten Sie außerdem die Bade- und Bekleidungsregeln der jeweiligen Anlage, denn Taiwaner nehmen Etiquette ernst. Bei Vorerkrankungen sollten Sie vorab ärztlichen Rat einholen.

4. Gibt es auch außerhalb von Nordtaiwan lohnende Thermalquellen?
Unbedingt. Besonders Taitung im Südosten Taiwans überrascht mit außergewöhnlichen Thermalquellen. Auf Lüdao (Green Island) liegt die Zhaori Hot Spring direkt am Pazifik. Sie zählt zu nur drei bekannten Salzwasser-Thermalquellen dieser Art weltweit – neben Vorkommen auf Kyushu in Japan und Sizilien – und wird durch vulkanisch erhitztes Meer- und Grundwasser gespeist. Ebenfalls im Landkreis Taitung versteckt sich die wilde Lisong Hot Spring tief in den Bergen: Heißes Wasser tritt hier aus einer Felswand aus, während Mineralablagerungen die überhängenden Felsen in spektakulären Weiß-, Grün- und Türkistönen färben. Wer es komfortabler mag, findet mit Zhiben eines der traditionsreichsten Thermalgebiete Osttaiwans.
Auch andere Regionen haben echte Besonderheiten. Guguan bei Taichung liegt auf rund 800 M Höhe im Tal des Dajia-Flusses und verbindet leicht alkalische, kohlensäurehaltige Thermalquellen mit bewaldeten Bergen, Hängebrücken und kurzen Wanderwegen – ideal für alle, die Baden und Natur miteinander verbinden möchten. Guanziling bei Tainan ist für Taiwans seltene Schlammthermalquelle bekannt, während das eisenreiche Wasser von Ruisui in Hualien beim Kontakt mit Luft seine charakteristische gelbliche Färbung annimmt. Ganz im Süden bietet Sichongxi in Pingtung klare Thermalquellen in ruhiger Berglandschaft – eine schöne Ergänzung zu einer Reise auf die Hengchun-Halbinsel.
5. Wie finde ich meinen Lieblingsort zum Abschalten?
Lieber ein historisches Thermalviertel, ein Rückzugsort in den Bergen oder eine Auszeit an der Küste? Entdecken Sie auf der offiziellen Thermalquellen-Karte passende Badeanlagen und Unterkünfte – und geben Sie Ihrer Taiwanreise Zeit zum Durchatmen.
Allgemeine Reiseinformationen über Taiwan
Beste Reisezeit für allgemeine Taiwanreisen
Die beste Reisezeit für ein Landprogramm mit angenehmen Temperaturen (v.a. im tropischen Süden der Insel) sind die Frühlings- und Herbstmonate.
Flugverbindungen
China Airlines fliegt nonstop von Frankfurt (täglich), Wien und Prag nach Taipeh, EVA Air verbindet München und Wien ebenfalls direkt mit Taiwans Hauptstadt. STARLUX Airlines fliegt ebenfalls nonstop und dreimal pro Woche ab Prag. Ferner bieten viele Fluggesellschaften attraktive Stopover-Verbindungen über ihre jeweiligen Drehkreuze an, darunter KLM, Turkish Airlines, Emirates und Etihad.
Der schnellste Weg vom Taoyuan International Airport (TPE) nach Taipeh
Am einfachsten nehmen Reisende die Airport MRT (Metro) am Terminal 2 zur Taipei Main Station im Zentrum der Stadt. Die Fahrt per Express-Zug dauert etwa 35–40 Minuten, kostet ca. 160 TWD (~5 €) und fährt alle 15 Minuten.
Hotels in Taiwan
Eine Liste von zertifizierten Hotels und sonstigen Unterküften in Taiwan finden Sie hier.
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Hier finden Sie inspirierende Reisetipps für Ihren Urlaub in Taiwan – von romantischen Radwegen über nostalgische Bahnfahrten ins Hochgebirge bis hin zu kulinarischen Hotspots in den Tropen.
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